Über Uns

Die Gebirgsschützenkompanie Raubling kann auf eine über 580 Jahre alte, ruhmreiche Geschichte bis ins ausgehende Mittelalter zurückblicken.

1270-1330 wurde der Bezirk der späteren Herrschaft Valkenstain dem Landgericht Aibling eingegliedert. Grenze war das Gericht Aurburg. 

1320/1330 nennt das dritte bayrische Ur­bar ein „iudicium apud Wasin“ (Gerichtsbezirk am Wasen).  Dies ist als Vorgänger des Schergen­amtes Kirchdorf am Wasen zu sehen. Dieses um­fasste die Hauptmannschaften Tagscheid, Rewschnhard (Rei­schenhart), Kirchdorf am Wasen, Rawbling (Raubling), Pfraun­dorf, Aysing (Aising), Häping (Happing), Westerndorf und Hochenoffenn (Hohenofen).

1435 wurden im Aiblinger Landgericht die Männer gemustert. Unter der Überschrift „Wasner ambt“ wurde darüber eine Liste (Urkunde) der „nit Taugentlichen“ aus Rewschnhard (Reischenhart), Kirchdorf, Rawbling (Raubling), Pfraundorf und Hochenoffenn (Hohenofen) sowie anderer Nachbargemeinden aufgefunden.

1512/1513 Die Musterungsbücher dieser Jahre („Mussterung Puch Aybling – Wasner Ambt“) beinhalten zum ersten Mal die namentliche Nennung der 5 Hauptmannschaften: Rewschnhard (Reischenhart), Kirchdorf, Rawbling (Raubling), Pfraundorf und Tagscheid und der darin ausgewählten Gebirgsschützen.

1522 („Valkenstain Musster Zedl„) gilt dies auch für die Hofmark Groß- und Klainholzhausen, die damals als eigenständige Hauptmannschaft zur Herrschaft Valkenstain und wie diese hinsichtlich der Wehrpflicht zum Landgericht Aibling gehörte. Neben den Musterungs- und Mannschaftsbüchern sind auch Aufgebote und Einsätze als Nachweise erhalten. Vorhanden ist eine Urkunde „Fürgenommene Musterung des Lanndt Gerichts Aybling de Anno 1542 durch Bernhardten Höhenkircher – Pfleger zu Aybling“, sowie im selben Jahre: „Der Hofmarch Holtzhawsn auß erwellt Kriegs Knecht auf den zechentn Man wider den Cristlichen Erbveindt den Türgkhn“.

1600 Herzog Maximilian I. setzt seine schon seit 1595 betriebenen Pläne zur Erneuerung der Landesdefension mit einer allgemeinen Landmusterung konsequent um.

1618-1648 Die Gebirgsschützen in den Rosenheimer Landfahnen müssen sich wiederholt im Bayerischen Erbfolgekrieg sowie im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) in den Orten von Aibling und Rosenheim bis nach Kiefersfelden, im Tegernseer Raum, an der Loisachlinie vom Kochelsee bis Beuerberg, und im Isarwinkel bewähren. Schwedische Truppen dringen weit ins Oberland vor und besetzen 1648 Rosenheim. Klöster werden geplündert, Dörfer und Märkte gebrandschatzt. Nach anfänglichen  Rückschlägen gelingt es den gemeinsamen Aufgeboten der Gebirgsschützen des Oberlands, die feindlichen Truppen zu vertreiben und im Westen entlang der Loisach und der Isar eine Verteidigungslinie aufzubauen.

1702 wurde das Wasener Amt ein Teil des „Rosenheimer Landfahnens“. Hierbei wurden die fähigsten und geschicktesten „Landfähnler“ ausgewählt, exerziert und in das 2. Regiment Oberbayern, also in das reguläre Heer eingereiht. In der Auflistung vom 01. Dezember 1702 sind 179 „Gemaine Mann“ aus dem Wasner Ambt aufgeführt, die zur Sicherung des Innstromes auf beiden Flussufern (Windshausen und Fischbach) eingesetzt waren. Sie dienten somit nicht dem Angriff auf Tirol, sondern der Sicherung der Heimat.

1703-1704 Die Mannschaften aus den Landgerichten Aurburg, Marquartstein, Reichenhall, Tölz und Traunstein, der Grafschaft Werdenfels, aus den Klosterlanden von Benediktbeuern und Tegernsee, sowie aus den Herrschaften Hohenwaldeck und Hohenaschau bewähren sich im Abwehrkampf gegen Angriffe aus Tirol als Schützer der engeren Heimat im Gebirge.

1704 In der Schlacht bei Höchstädt (13. August 1704) schlugen die englischen und österreichischen Truppen das bayerisch-französische Heer vernichtend. Bayern wird unter kaiserlich-österreichische Administration gestellt. Die bayerische Bevölkerung muß furchtbar leiden unter einer rigorosen wirtschaftlichen Ausbeutung, der Einquartierung von rücksichtslosen Besatzungssoldaten und Zwangsaushebungen von Rekruten für das österreichisch-kaiserliche Militär. Am 29. Oktober 1704 wurde das Rosenheimer Landfahnen als kaiserlicher (österreichisch) neu organisiert. Diese brutalen, unmenschlichen und oft viehischen Zwangsrekrutierungen der kaiserlichen Administration waren dann mit der Anlass zu den Bauernaufständen (Bayerische Volkserhebung).

Das Motto lautete: „Lieber bairisch sterbn. Als wie kaiserlich verderbn!

1705 Nachweislich waren Männer aus dem Gemeindegebiet Raubling mit beteiligt bei der Sendlinger Mordweihnacht. Aus einem Schreiben des „Jacob Woerschi, Bürger und Bader in Aybling“ geht hervor, dass er 3 Männer aus Holzhausen und Pfraundorf behandelt und gepflegt hat, die sich mit ihren Verwundungen bis zu ihm geschleppt haben. Diese Männer wurden namentlich aufgeführt, ihre Verletzung bzw. Verwundung angesprochen, sowie die vom Bader durchgeführte Behandlung aufgezählt. In einer anderen Urkunde werden 2 Männer aus Reischenhart und Pfraundorf namentlich genannt, die von den Kaiserlichen gefangen genommen wurden.Es sind dies Schober Vitus, 25 Jahre, Bauer und Schiffknecht aus Reischenhart, und Aschenlehner Christoph, ca. 40 Jahre, Schiffsmann zu Pfraundorf. Somit ist bezeugt, dass von dem Gebiet des Wasner Amts damals mehrere beim Aufstand dabei waren. Ob aus dem Wasner Amt Tote zu beklagen waren, bleibt offen.

1741-1745 Weitere Bewährungen im österreichischen Erbfolgekrieg (1741 – 1745) und in den Napoleonischen Kriegen (1805 – 1813).

1805 wurde die „Organisation eines Corps baierischer Gebirgsschützen“ zum Schutz der bayerischen Südgrenze durch Kurfürst Maximilian IV. aufgebaut.

1809 Aus einer Urkunde vom 08. Juni 1809 geht hervor, dass die Südgrenze gegen Tirol gesichert werden musste. Bei der Abwehr der Tiroler Aufständischen unter Andreas Hofer ist zwar keine namentliche Nennung der Männer aus dem „Wasner Ambt“ vorhanden, jedoch ist auch hier sicher anzunehmen, dass Männer aus unserer Gemeinde an dieser Aufgabe teilgenommen haben. Ein Gebirgsschützenkorps unter dem Oberbefehl von Graf Arco kann die Grenzübergriffe gegen die Zivilbevölkerung beenden.

1819 Aufgrund der Gemeindereform unter Montgelas werden die Hauptmannschaften im heutigen Gemeindegebiet Raubling aufgelöst.

1870 wurde die Landwehr in Bayern abgeschafft. Ihre Verbände wurden in die Bayerische Armee überführt. In der Folgezeit lösten sich die meisten Gebirgsschützenkompanien auf.

1949 Erstes Treffen der historischen Gebirgsschützenkompanien nach Ende des Zweiten Weltkriegs.

1951 Gründung des Bundes der Bayerischen Gebirgsschützen-Kompanien in Reichersbeuern.

1975 Proklamation „Alpenregion der Schützen“ durch den Bund der Bayerischen Gebirgsschützenkompanien, den Bund der Tiroler Schützenkompanien und den Südtiroler Schützenbund  in Innsbruck.

1995 Der ehemalige Landtagsabgeordnete und Heimatforscher Konrad Breitrainer sowie andere beteiligte befassten sich intensiv mit der Geschichte der hiesigen Hauptmannschaften. Verschiedene Urkunden und stichhaltige Beweise wurden gesichtet und der Prüfkommission unter Prof. Dr. Pater Leo Weber vorgelegt. Nach eingehender Prüfung stand einer Wiedergründung der Gebirgsschützenkompanie Raubling nichts mehr im Weg.

2004 Am 17. Juni 2004 Einberufung der Wiedergründungsversammlung der Gebirgsschützenkompanie Raubling „Oberer Wasn“ e.V. Hier wurde eine Hauptmannschaft und ein Kompanie­ausschuß gewählt. Dabei wurde auch eine Satzung und eine Kompanieordnung vorgestellt, besprochen und von den Anwesen­den verabschiedet. Die erste gewählte Hauptmannschaft bestand aus: Se­bastian Moser (Hauptmann), Georg Antretter (Oberleutnant und Haupt­mann­-Stellvertreter), Wilhelm Schmidt (Leutnant, Kompanie­adjudant und Salutzugführer), Markus Gumberger (Leutnant und Kompanieschreiber) sowie Alfred Riegler (Leutnant und Zahlmeister). Zum Fähnrich wurde Klaus Ringelmann ernannt, der dieses Amt als 1. Fähnrich bis heute inne­ hat. Als Kompaniepfarrer stellte sich Geistlicher Rat Lorenz Poschenrieder zur Verfügung.

2006 Vom 31. Mai bis 04. Juni 2006 findet das Wiedergründungsfest der Raublinger Gebirgsschützen statt. Standes­gemäß wurde mit einem großen Fest mit Zeltbetrieb gefeiert. Vom Festwirt Man­fred Kirner und der Flötzinger Brauerei erfuhr der Verein großzügige Un­terstützung. Besonders stolz ist die Gebirgsschützenkompanie „Oberer Wasen” Raubling auf ihre Schützenscheiben zur Wiedergründung, gestiftet vom dama­ligen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber sowie der Patenkompanie, den Gebirgschützen Flintsbach.

2019 Am 02. Februar 2019 feierte die GSK Raubling ihr 15-jähriges Wiedergründungsfest mit vielen Gästen (Pressebericht).